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02.02.2016 14:11
Von: MCV-Presseteam

MCV-Motivwagen mit satirischen Seitenhieben


Überlebensgroß karikierte Kunstwerke – mit Themen von Mombach bis Moskau

Unter dem Motto „Ein echter Narr ist ohne Sprüch – rhoihessisch, herzlich määnzerisch“ startet am Rosenmontag der 115. närrische Zug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. durch die Straßen der Stadt. An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 148 Zugnummern, begleitet von rund 9.500 Teilnehmern und erwarteten 500.000 Zuschauern entlang der Strecke. 

Einer der Höhepunkte und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs sind die Motivwagen, die alljährlich herrlich humorvoll mit satirischen Seitenhieben gespickt Ereignisse und Persönlichkeiten auf die närrische Schippe nehmen. In diesem Jahr ziehen insgesamt 13 Motivwagen ihre überlebensgroß karikierten Kunstwerke durch die Gassen. Ergänzt durch einen Inklusions-Wagen „Wir feiern gemeinsam“, der vom MCV mit der EWR AG realisiert wurde, und einen Vorlese-Wagen der Stiftung Lesen mit dem Motto „Wir tragen Bart, denn Vorlesen ist auch Männersache“. 

Auf besonderes Medieninteresse stoßen die Motivwagen, die auf aktuelle Ereignisse eingehen. Dazu gehört ganz sicher der erste Motivwagen mit der Zugnummer 11, der die Zahl ELF zugleich zum Anlass nimmt, eine Solidaradresse nach Frankreich zu schicken. Es geht um Egalité, Liberté und Fraternité. 

Aufgespießt wird auch der Burka-Alarm der CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner, die sich mitten im Wahlkampfmodus befindet. Einen satirischen Seitenhieb bekommt Wladimir Putin ab als Janus-köpfiger Machtmensch.

Der VW Skandal durfte im Rahmen der „rollenden Satire 2016“ natürlich nicht fehlen. Ein Auto mit einem Hintern, aus dem sich üble Gase breit machen und die Menschheit verpesten – ein eindeutiges Bild ohne „wenn und aber“, direkt und ohne Umschweife!

Närrisch betrachtet wird die marode Schiersteiner Brücke, die im vergangenen Jahr bundesweite für Schlagzeilen sorgte. Auch die Körperwelten-Ausstellung mit Plastinaten nach Gunther von Hagens erwartet vom Rosenmontagszug eine Antwort, die nur einer geben und ausfüllen kann: der Obermessdiener Andreas Schmitt.

Rheinhessen feiert im Jahr 2016 bekanntlich seinen 200sten Geburtstag, so steht die Kampagne 2016 ganz im Zeichen dieses Jubiläums, was sich unschwer am diesjährigen Fastnachtsmotto ablesen lässt und eben auch durch einen Motivwagen hervorgehoben wird.

Fast schon ein Dauerbrenner sind DFB und FIFA, in der Tat eine ehrenwerte Gesellschaft, denn hier läuft alles wie geschmiert. Ihr Fett weg bekommt die CSU-Willkommenskultur, die Grenzen schließt und Eindringlinge verschrecken will. Fast schon in Vergessenheit ist Griechenland geraten, das an eine griechische Draghi-Komödie erinnert. Welche Farbe indes der Mob hat, auf dem die Pegida reitet, ist auf dem Motivwagen mit der Nummer 100 nicht schwer zu erraten.

Auf einen anderen Schauplatz der Flüchtlingsthematik zielt Motivwagen 122, der sich mit der Rolle des Despoten Erdogan beschäftigt. Das Abschluss-Motiv ist Meisterin Eder gewidmet, der Mainzer Umwelt-Dezernentin, die gleich mit mehreren Kobolden zu kämpfen hat. 

Vorgestellt werden die Motivwagen traditionell erst wenige Tage vor Fastnacht, wobei die vom MCV gebauten Motivwagen seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Aspekt des Mainzer Rosenmontagszuges sind. Gebaut werden sie vom MCV-Wagenbauer Dieter Wenger und seinem Team. Die Motivwagen glossieren sowohl innerstädtische oder regionale wie auch bundes- oder weltpolitische Themen. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen. Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert. 

Über die Motivwagen im Rosenmontagszug entscheidet die Zugleitung des MCV. Jedes Jahr stimmt sie in einer Sitzung über die Ideen und Entwürfe ab, mit denen die aktuelle Politik karikiert werden soll. Ist die endgültige Entscheidung gefallen, werden die Plastiken in der Wagenhalle des MCV in Mombach gebaut und die passenden Verse geschmiedet. Früher wurden die Figuren aus Maschendraht geformt, mit Rupfen bezogen, eingegipst und bemalt. 1967 kam erstmals Styropor zum Einsatz. Heute werden die Figuren der Motivwagen mit der Kreissäge aus Styroporblöcken herausgeschnitten. Die Feinarbeit erfolgt mit dem „heißen“ Draht und elektrischen Schlingen. Polierwerkzeuge geben den letzten Schliff, bevor die Figuren farbig gestaltet werden. Die Entwürfe und Zeichnungen für die Motivwagen stammen heute aus der Feder des MCV-Grafikers und Karikaturisten Klaus Wilinski. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein, MCV.

(Weiter Fotos von den Motivwagen in der Bildergalerie)