Sie befinden sich hier:   Neuigkeiten
< Die MCV-Redner – eine Klasse für sich!
13.02.2011 11:34

Kerzenschein, Kulinarisches und Kokolores: MCV-Funzelsitzung hat das besondere Etwas


Putenrollbraten mit Kartoffelsalat an Crème fraiche gefällig? Oder gebratene Frikadellen mit Käsewürfeln? Oder doch lieber den guten alten Meenzer Spundekäs' mit Laugenbrezeln? Und als  Süßspeise eine Donauwelle? Na, liebe Närrinnen und Narrhallesen - was hätten's denn gern?? Was sich auf den ersten Blick wie die Speisekarte einer zünftigen Mainzer Gastwirtschaft liest, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als bunt zusammengewürfeltes kulinarisches Sammelsurium, das am gestrigen Freitagabend in der Rheingoldhalle zu bestaunen war.

Und zwar nicht an den von der Hilton-Küche betriebenen Ständen im Foyer, sondern an den Tischen der ausgelassenen Narrenschar, die anlässlich der MCV-Funzelsitzung „Gelacht, gebabbelt und gestrunzt“ in Scharen in die festlich dekorierte Narrhalla geströmt war. Und gleich reihenweise ihr eigenes Essen mitgebracht hatte! Einer guten alten Tradition folgend, hatte der MCV seine Gäste im Vorfeld der mit rund 2500 Zuschauern fast restlos ausverkauften Funzelsitzung ganz bewusst dazu aufgefordert, zuhause den Korb zu packen und selbst zubereitete lukullische Schmankerl mit in die Halle zu bringen. Ein Konzept, das auch in diesem Jahr voll aufging und bereits vor Beginn der Sitzung zu allerhand Gesprächsstoff unter den neugierigen Fassenachtsanhängern führte. „Ei, zeig' emol her. Was hast'n da im Körbsche?“, lautete denn auch eine der am häufigsten zu vernehmenden Fragen des kurzweiligen Abends. Dialoge hier, angeregte Zwiegespräche dort und augenzwinkernde Kommentare über die Kochkunst des anderen überall: Dank der mitgebrachten Speisen kamen sich zuvor wildfremde Närrinnen und Narrhallesen schnell ins Plaudern, neue Bekanntschaften wurden gleich Reihenweise geschlossen.

Doch damit nicht genug. Fand die Funzelsitzung des MCV bisher im Eltzer Hof und zuletzt mehrere Jahre in der Mombacher Phönixhalle statt, erlebte in dieser Kampagne die Rheingoldhalle ihre Premiere als Austragungsort der Sitzung für „echte Määnzer“. Und erwies sich als goldrichtige Wahl. Die Zahl der Besucher unterstrich eindrucksvoll, dass die Organisatoren mit ihrer Entscheidung genau ins Schwarze getroffen hatten. Wie in der Vergangenheit verzichtete der MCV auch diesmal auf die Saalbeleuchtung. Einzige Illuminierung waren die „Funzeln“ - kleine, vierfarbbunte Kerzen, die auf den Tischen in MCV-Verzierung leuchteten -, die eine ganz besondere Atmosphäre ins weite Rund zauberten und so manchem Narr glänzende Augen bescherten. Die schummerige Stimmung trug ihr Übriges dazu bei, dass das Narrenvolk sich restlos begeistert zeigte.

Schließlich hatte sich der MCV um Programmchef Jürgen Dietz erneut ein hochkarätiges Potpourri ausgedacht, das seine Gäste über mehrere Stunden zu wahren Beifallsstürmen animierte. Im Vergleich zur ersten Prunkfremdensitzung am vergangenen Wochenende wartete die Funzelsitzung nämlich nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich mit einigen Neuerungen auf. So sorgte etwa Pit Rösch mit seinem Auftritt als „Mainzer Straßenmusikant“ für Verzückung, als er das närrische Publikum mit seinen gefühlvollen Stimmungskrachern „Die Töchter vom Rhein“ und „Samba Kokolores“ in Schunkellaune versetzte und immer wieder aktiv ins Geschehen einband. Auch das Zwiegespräch zwischen MCV-Komiteemitglied Patrik Henkel und MCV-Aktivem Dr. Nick Jackob, die auf ihrer Fahrt mit dem „Gutenberg-Express“ an markanten Punkten wie Schloss, Dom, Rathaus oder Winterhafen Station machten und diverse Bausünden der Mainzer Stadtoberen glossierten, erwies sich als belebendes Element, das bei den Zuschauern bestens ankam. Während das eigens für die Funzelsitzung von MCV-Liederdichter Jürgen Stumm komponierte Lied (nach der Melodie „Ich schieß den Hirsch...“) die schöne Tradition des Gemeinschaftsliedes wieder aufleben ließ, sorgten die Klein-Winternheimer „Haybachfetzer“ dafür, dass die altehrwürdige Rheingoldhalle in ihren Grundfesten erschüttert wurde. Die längst über die Grenzen Rheinhessens hinaus bekannten Guggemusiker machten zur Eröffnung des zweiten Sitzungsteils mächtig Rambazamba auf der Bühne und kredenzten dabei ein musikalisches Feuerwerk der Spitzenklasse.

Alles in allem bot die Funzelsitzung auch im Jahr 2011 all das, was seit etlichen Jahren ihren Charme ausmacht. MCV-Präsident Richard Wagner brachte es auf den Punkt: „Es ist einfach etwas Besonderes. Ihr könnt Euer Essen mitbringen, Euch mit den Nachbarn austauschen, die Frikadellen bei Kerzenschein rüberreichen und dabei das Geschehen auf der Bühne verfolgen. Das ist einfach wunderbar“, wandte sich der stolze Oberfassenachter an die holde Narrenschar.