Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V.

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Fastnachtsposse 2010

In der Campagne 2010 brachten die Scheierborzeler einen Klassiker auf die Bühne des Mainzer Staatstheaters. Unter der Regie von Heidi Pohl wurde „Hurra mir erwe“ von Martin Mundo und Robert Wasserburg aus dem Jahr 1929 gezeigt. Das Stück stand schon öfters auf dem Spielplan des Theaters. Heidi Pohl und Peter Krawietz jr. hatten die Posse überarbeitet und an die heutige Zeit angepasst.

Um die gierige Verwandtschaft, die ihren reichen Onkel Franz Blumenkohl beerben will, geht es im Vorspiel dieses Stücks. Seine lieben Nichten und Neffen und ihre Ehepartner verteilen das Erbe schon, als der Testamentsverwalter ihnen mitteilt, dass der Erblasser von ihnen enttäuscht war. Deshalb soll sein Erbe erst in 100 Jahren an eine spätere, hoffentlich patentere Generation vererbt werden. Der erste Akt spielt einhundert Jahre später. Konrad Blumenkohl (Andreas Kerz), der letzte Verwandte des Franz Blumenkohl kehrt als armer Mann aus Übersee nach Mainz zurück, um seine Jugendliebe Anna (Claudia Reimers) wieder zu sehen und das Erbe anzutreten. Er erfährt allerdings, dass er das stattliche Erbe innerhalb von zwei Wochen durchbringen soll, sonst wird es wieder für einhundert Jahre eingefroren. Mit Anna, seinem Ziehvater August Knobloch (Franz Pohl) und dessen Schwägerin Eva (Silvia Kipper) bringt er das Erbe auf einer Rheintour unter die Leute. Auch seine Vaterstadt Mainz vergießt er dabei nicht. Der durch die Wohnbauaffäre stark gebeutelten Stadt, macht er eine großzügige Spende. Da diese Spende zur Sanierung der Wohnbau allerdings letztendlich doch nichts hilft und er sie vom Oberbürgermeister zurück erhält, ist er ein reicher Mann und kann seine Anna heiraten.

Neben den genannten Darstellern glänzten Jennifer Schorr als altkluger Lehrbub, Markus Beer als reicher Vermieter Meyer und Patrizia Schwab und Stefanie Huff als Schnorrer. Karin Hassinger und Nanni Kepplinger boten ein Versteck spielendes Ehepaar dar und mit Herbert Steinbauer und Tobias Ludwig gaben zudem zwei Akteure ein gelungenes Debüt auf der Possenbühne. Auch die Musik kam in diesem Jahr nicht zu kurz. Neben dem Klassiker „Heile Gänsje“ überzeugte insbesondere ein Potpourri ungarischer Operettenmelodien, dass von Franz Pohl und Ulrike Schilf hervorragend dargeboten wurde. Die musikalische Leitung hatte wie in den letzten Jahren Michael Millard. Die Dienheimer Jazztanzgruppe bereicherte wie so oft mit überzeugenden Balletteinlagen die Aufführung.

Elmar Maus / Markus Beer