Tiefe Trauer um Ady Schmelz
Rubrik: AktuellesVon: Bernd Funke
Es war das Herz. In der Nacht vom 11. Mai 2010 versagte es einem Mann die Gefolgschaft, dessen Leben von Herzlichkeit geprägt war. Ady Schmelz, der geachtete Architekt, der engagierte Liberale und Fastnachter aus tiefster Seele, ist tot. Dass sein Herz, dass er großzügig aufteilte zwischen seiner Frau Lydia und der "fünften Jahreszeit", der er als Zugmarschall des MCV diente, ausgerechnet an einem 11. aufhörte zu schlagen, ist für die, die ihn kannten, fast schon von einer gewissen Logik.
Nur 66 Lebensjahre waren Ady. M Schmelz vergönnt. Er war "Meenzer Bub" aus Überzeugung. Geboren wurde er am 29 Januar 1944 zwar im oberbayrischen Penzberg, doch ist dieser Umstand allein der Evakuierung während der Bombenangriffe auf Mainz geschuldet. zu Grundschulzeiten war Ady wieder zurück und drückte die Schulbank in Gonsenheim. In der Altstadt war sein Vater Adolf Schmelz eine Größe, trug den Beinamen "Der Bürgermeister der Altstadt" Auf dem Willigis Gymnasium machte Ady M. Schmelz sein Abitur, wurde schließlich 1970 Architekt. Der berufliche Weg glich dem seiner Frau Lydia Gorghau. Mit ihr teilte er schließlich auch das Büro in Bretzenheim und die fastnachtlichen Interessen. Die MCV Fahne, die in der Kampagne vor beider Haus wehte, war äußeres Zeichen der Gesinnung. 1971 stieß A.M. Schmelz zum MCV.
Und er wäre sich wohl selbst untreu geworden, hätte er sich nicht mit vollem Engagement in den Verein eingebracht. Nicht als öffentlicher Narr, sondern mit fein geprägtem Humor. Ady Schmelz das war der Macher. Das war nicht immer der unumstrittene Ideengeber. Das war aber auch der Erfolgreiche, dessen Rat nicht nur bei den Jüngeren hoch im Kurs stand. Beim MCV engagierte sich Schmelz in vielen Gremien und wurde 1994 in der Nachfolge von Friedel Eberhard Zugmarschall. Ohne Ady. M. Schmelz schien in Sachen Fastnacht in Mainz kaum etwas zu laufen. Er brachte sich überall ein, Straßenfastnacht, Weiberfastnacht, der von ihm zu neuem Leben erweckte Tanz auf der Lu, die Rosenmondnacht, das Narrenzelt, MCV-Narrhalla, Veranstaltungskalender, Gardebroschüre, Bücher über die Mainzer Fastnacht über den Rosenmontagszug u.v.m. In allem steckt das Herzblut des A. M. Schmelz. 2004 wurde er Mitglied des Vorstands im Förderverein Mainzer Fastnachtmuseum. Und so war die große Ausstellung zum 100. Geburtstag Ernst Negers fast folgerichtig dem Engagement des Ehepaares Schmelz zu verdanken.
Neue Arbeitsplätze und Lebensfreude - dafür möchte ich mich engagieren, warb der Liberale erfolgreich für sich bei der Kommunalwahl 2004 und zog in den Stadtrat ein. Sein Mandat im Ortsbeirat Bretzenheim legte er, schon von schwerer Krankheit gezeichnet, ebenso nieder, wie vor wenigen Tagen sein Amt als Zugmarschall. Nach Herz-Operationen war Ady Schmelz bis zuletzt, wie er sagte "bei einem tollen Ärzteteam" in intensiver Betreuung. Er wusste: "Ich muss sehr auf meine Gesundheit achten", aber er gab die Zuversicht nicht auf, baute darauf, auch mit Unterstützung durch seine Frau Lydia wieder genesen zu können. Das Schicksal wollte es anders. Wollte ihn viel zu früh auf einen der vierfarbbunten Wolken entführen, von der Ady M. Schmelz jetzt auf seinen geliebte Vaterstadt schaut. Und wer weiß - wenn eines Tages der Zug der himmlischen Heerscharen organisiert wird, dann ist Ady M. Schmelz der Zugmarschall.
Mach`s gut da oben, Ady!






