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08.02.2015 11:05
Von: MCV-Presseteam

MCV trauert um Jürgen Dietz - Der Bote vom Bundestag ist tot


Bild: Klaus Benz

Jürgen Dietz, der Bote vom Bundestag, ist tot. Der bundesweit bekannte Fastnachter starb mit 73 Jahren am Samstag in Mainz. „Wir alle sind sehr traurig und betroffen über den Tod unseres Vizepräsidenten, Vorstands- und Komiteemitglieds, Jürgen Dietz“, erklärte MCV-Präsident Richard Wagner in einer ersten Reaktion: „Er war ein brillanter Redner, Organisator, Fastnachter, der in der Rolle als Bote des Bundestages weit über die Grenzen von Mainz bekannt und beliebt in unnachahmlicher Art und Weise mit Humor und Witz die politisch, literarische Fastnacht verkörperte. Der MCV und die Mainzer Fastnacht verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die in der Organisation, der Vorbereitung unserer Veranstaltungen als auch auf der Bühne unvergleichbare Leistungen vollbrachte.“

Seine ersten Fastnachtsauftritte hatte Dietz Ende der 50er Jahre in der Bodenheimer Gaststätte „Zum Rheintal“, Georg Berresheim holte ihn zunächst zum Mainzer Carneval Club, Jahre später lockte ihn Rudi Henkel, der von 1981 bis 1990 Präsident des Mainzer Carneval-Vereins war, zum MCV. Fast zehn Jahre lang spielte Dietz an Fastnacht unterschiedliche Charaktere: mal als Simplicius Simplicissimus – „eine seiner Lieblingsfiguren“ –, mal als Filmregisseur, als Elektrikerlehrling, als Fugger, Hobbykoch, Croupier oder als einer der Brüder der Gebrüder Grimm.

Während sich viele seiner karnevalistischen Kollegen auch weiterhin Jahr für Jahr neue Figuren ausdachten, ging Dietz einen anderen Weg – und zwar nach Bonn, in die damalige Bundeshauptstadt. Ein Besuch bei Johannes Gerster, dem damaligen Mainzer CDU-Abgeordneten im Deutschen Bundestag, brachte ihn auf die Idee, die Vornehmheit und Steifheit der gewichtigen Boten im Parlament an Fastnacht zu parodieren – mit umwerfendem Erfolg. Seit 1986 hatte Jürgen Dietz als Bote vom Bundestag fast alle politisch-denkbaren Konstellationen miterlebt: Helmut Kohl als schwarz-gelber Kanzler, den rot-grünen Gerhard Schröder bis hin zu Angela Merkel.

Längst wurde Jürgen Dietz zu einer Ikone der Mainzer Fernsehfastnacht und auch weit über die Grenzen der Bundesrepublik bekannt. Sein großes Vorbild war Werner Fink, bei dem ihm vor allem die Doppelsinnigkeit seiner Worte und die Feinheit des Humors begeisterten.