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15.01.2018 18:38
Von: MCV-Presseteam

Prunkfremdensitzung des MCV reißt begeisterte Narrenschar von den Sitzen


Ein rund sechsstündiges vierfarbbuntes Feuerwerk der Lebensfreude erwartete das verzückte Publikum bei der ersten Prunkfremdensitzung des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) in der restlos ausverkauften Rheingoldhalle. Unter der Federführung von MCV-Programmchef Alexander Leber und seiner Frau Corinna, die für die Regie verantwortlich zeichnete, würde der holden Narrenschar von der ersten bis zur letzten Minute ein Highlight nach dem anderen geboten. 

 

Zu einem ebenso unerwarteten wie rundum gelungenen Überraschungscoup geriet der Auftritt von MCV-Legende Margit Sponheimer, die im ersten Sitzungsteil auf einem Mond auf die Bühne schwebte und der es mit Klassikern wie „Wähle 06131“, „Gell du hast mich gelle gern“ und ihrem berühmten „Am Rosenmontag bin ich geboren“ spielend leicht gelang, das närrische Auditorium zu begeistern. Stehende Ovationen waren der verdiente Lohn für einen famosen Auftritt, der mit Nachdruck bewies, dass Sponheimer nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat.

 

Überhaupt war das gesamte Programm rundum gelungen und ausgewogen, jedes Element fügte sich harmonisch ineinander. Ob Vorträge, Tanzeinlagen, Musikstücke oder die schwungvolle Begleitung durch die MCV-Hofkapelle unter der Leitung von Andreas Hesping-Barthelmes – kein Beitrag fiel ab, niemand enttäuschte. Ganz im Gegenteil. Schon der Eröffnungstanz der Tanzschule Manfred S. (Holger Gabel-Thiedig und Sven Thiedig) geriet zu einer verheißungsvollen Ouvertüre, die ebenso Lust auf mehr machte wie der gefeierte Einmarsch der Mainzer Garden unter Führung von Bernd Fleck, dem General der Mainzer Ranzengarde.

 

Der neue MCV-Sitzungspräsident Adi Guckelsberger zeigte von Beginn an, dass er sein Amt mit viel Humor, Schlagfertigkeit und Können ausfüllt und für die Sitzungen definitiv eine enorme Bereicherung ist. Gewohnt amüsant und spitzzüngig geriet auch sein Auftritt als „Nachtwächter“, bei dem er das Publikum in seine Erlebnisse beim nächtlichen Streifzug durch Mainz aktiv einband und immer wieder zu johlendem Gelächter animierte. Genau das gelang auch „Polizist“ Alexander Leber, dessen Vortrag ein rhetorischer Glanzpunkt des Abends war und mit allerlei Meenzer Mundart und Schalk im Nacken aufzeigte, mit welchen Herausforderungen ein Gesetzeshüter in Rheinhessen es so alles zu tun hat.

 

Wenn es um hochkarätige Balletts und Tanzgruppen geht, macht dem MCV seit Jahr und Tag keiner was vor. Und so ist es auch in dieser Kampagne wieder: Die famose Showtanzgruppe „Fantasy“ des TSV Schott (Leitung Simone und Karin Carra) legte einen atemberaubenden Auftritt hin, entführte die Närrinnen und Narrhallesen in eine farbenfrohe Fantasiewelt und versetzte den Saal mit ihren akrobatischen Würfen, Hebefiguren und ihrer beeindruckenden Choreografie in Verzückung. Die „Magic Moves“ aus Guntersblum (Leitung Nicole Klein und Lisa Kwasny) stand dem in nichts nach und nahmen das Auditorium mit auf eine Reise in das Reich Neptuns. In den Tiefen des Meeres zauberten die feschen Nixen eine flotte Sohle aufs Parkett und überzeugten in ihren Glitzerkostümen auf ganzer Linie. Das traditionsreiche MCV-Ballett bewies unter der Leitung von Bianca Heinen und Anne Beckhaus derweil einmal mehr, dass es sich immer wieder neu erfinden kann und mit seinem Niveau und seiner Eleganz eine immense Bereicherung für jede Sitzung darstellt.

 

Dass die Redner des MCV über eine enorme Qualität verfügen, ist nun wahrlich nichts Neues. Dass diese Qualität in der Kampagne 2018 nochmals gesteigert worden ist, liegt unter anderem daran, dass mit Marian Butscher ein närrischer Nachwuchsakteur auf der Bühne steht, der sein vielversprechendes Talent einmal mehr zur Schau stellte. Als „Jungreporter“, der gerade die Volljährigkeit erreicht hat, bewies er Wortgewandtheit und jede Menge Charme, so dass ihm die holde Narrenschar auch ein oder zwei kleine Vergesslichkeiten locker verzieh. „Redakteur“ Rüdiger Schlesinger und Protokoller Patrick Henkel, der das Geschehen des vergangenen Jahres aufspießte und bei dem Welt-, Bundes- und Lokalpolitiker gehörig ihr Fett wegbekamen, untermauerten den Anspruch des MCV, in der Bütt tonangebend zu sein.

 

Unterdessen ist und bleibt „Obermessdiener“ Andreas Schmitt ein unverwechselbares Markenzeichen und einsame Spitze. Über ihn und seinen Auftritt muss man nicht viele Worte verlieren, dieser Mann hat die bunt geschmückte Rheingoldhalle einfach im Griff. Wenn der Obermessdiener den hohen Herren dieser Welt aufgrund ihrer Verfehlungen die Leviten liest, schwillt der Beifall automatisch zum Orkan an. Eine MCV-Sitzung ohne Andreas Schmitt wäre längst unvorstellbar.

 

Nachdem Dr. René Pschierer vor einigen Jahren den „Bajazz mit der Laterne“ als Symbolfigur des MCV wiederbelebt hatte, brilliert er auch in der Jubiläumskampagne zum 180-jährigen Bestehen des MCV wieder mit leisen, aber dafür umso mahnenderen und hinterfragenderen Anmerkungen zum Zeitgeschehen. Pschierer verkörpert seine Rolle mit viel Authenzität und geht voll darin auf. Bravo. Nichts anderes kann man von Sabine Pelz als „Chefhostess“ der Stadt Mainz behaupten. Mit ihrer rotzfrechen und enorm humorvollen Art hat sie vor nichts und niemandem Angst und grantelt sich auf Meenzerisch mit verbalen Höchstleistungen durch ihren Vortrag. Ein echter Leckerbissen für alle Zuhörer!

 

Und weil es ohnehin schon so schön ist, liefert das Duo „Paco & Paco“ alias Gerhard und Christian Carra in diesem Jahr einen musikalisch-kulinarischen Gesangsvortrag vom Feinsten. Als „Veganer“ singen die Carras von Tofu, Dinkel & Co. - bis einem vor Lachen die Tränen kommen. Ganz nebenbei ist dieses gereimte musikalische Feuerwerk nichts anderes als ein weiterer Beweis für das hohe Niveau, auf dem sich alle beteiligten Akteure an diesem stimmungsgeladenen Abend durchweg bewegen.

 

Da kann es kaum verwundern, dass Thomas Neger und seine „Humbas“ mit ihrer Interpretation von Ernst Negers „Heile, heile Gänsje“ dann auch für echte Gänsehautstimmung sorgen und spätestens beim Anstimmen von „Im Schatten des Doms“ die ein oder andere Träne der Rührung in den Augenwinkeln der Gäste zu sehen ist. Von den überall geschwenkten Wirbel-Willis ganz zu schweigen. Man kann es drehen und wenden wie man will – das Programm des MCV lässt keine Wünsche offen. Die Notequetscher (Leitung Gunter Fauck) liefern Guggemusik vom Feinsten und als die legendären Mainzer Hofsänger weit nach Mitternacht das große Finale anstimmen, liegt sich die feiernde Rheingoldhalle endgültig selig in den Armen. Straßenmusikant Pit Rösch, der bereits zuvor mehrfach brilliert hatte, singt im Duett mit Sandra Günter, das MCV-Hofballett tanzt mit dem Komitee auf den Tischen und Konfetti regnet vom Himmel. Schöner geht’s nicht.

 

Keine Frage – der Auftakt in die MCV-Saalfastnacht war ebenso grandios wie pompös. Die beste Voraussetzung, um in den kommenden Wochen weitere närrische Knalleffekte in der Rheingoldhalle erleben zu können.