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Der Große Rat

Honoratiorenrunde oder Business Club?

Die Liste seiner Mitglieder liest sich wie ein „Who is who?“ der Mainzer Gesellschaft; sie treffen sich gerne diskret und treten nur einmal im Jahr gemeinsam im Rahmen einer MCV- Sitzung in der Öffentlichkeit auf. Trotzdem ist der Große Rat des Mainzer Carneval Vereins seit 50 Jahren eine wichtige Stütze des Vereins.

Der Große Rat ist kein Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht und auch kein Ältestenrat. Er besteht aus Vertretern der Wirtschaft, die überwiegend nicht einmal Mitglieder des MCV sind. Und doch haben nach seinem Vorbild viele Mainzer Fastnachtsvereine ähnliche Gremien gegründet.

Die Mitglieder des Großen Rates

Uwe
Abel
Mainzer Volksbank eG
Lukas
Augustin
Stadtentwicklungsgesellschaft Ingelheim am Rhein GmbH
Dr.
Friedhelm
Bauer
JR Dr. Bauer u. Dr. Gotthardt
Ralph
Beisel
ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen
Adam
Blodt
Adam Blodt Spedition & Dienstleistungen
Heinz
Georg
Diehl
Peter
Ditsch
Ditsch Brezelbäckerei
Harald
Eckes-Chantré
Peter Eckes AG
Peter
Enders
Autohaus Karl+Co. GmbH + Co. KG
Dieter
Gebert
ELTEC Electronic AG
Dr.
Dieter
Gotthardt
JR Dr. Bauer u. Dr. Gotthardt
Thomas
Grebner
Grebner Ingenieure GmbH
Stefan
Hardt
Deutsche Bundesbank
Hans-Jürgen
Hirner
Commerzbank AG
Prof. Dr. med.
Gerald
Hoffmann
St. Josefs-Hospital Frauenklinik
Detlev
Höhne
Stadtwerke Mainz AG
Heinz
Höning
Dresdner Bank AG
Dipl. Ingenieur, Dipl. Betriebswirt
Markus
Hüter
RESTART Gmbh & Co. KG
Hermann
Karrié
Karrié Bau-GmbH
André
Keppler
Porsche Zentrum Mainz
Günther
Knödler
Günter
Krautkrämer
Bericap Holding GmbH
Dr.
Roland
Krieg
Fraport AG
Rudolf
Kröning
Bernd
Guillermo
Köhncke
Deutsche Bank AG
Willy
Leykauf
Fischer & Co GmbH & Co KG Wohnungsbaugesellschaft
Dr.
Wolfgang
Litzenburger
Notare Dr. Wolfgang Litzenburger & Hans-Joachim Pfers
Daniel
Löw
DL Daniel Löw Heizung Sanitär
Hans-Günter
Mann
Sparkasse Mainz
Dieter
Münk
IBM Deutschland GmbH
Carlo
von
Opel
Reitanlage Hofgut Petersau
Dr.
Max
Raster
Gerresheimer AG
Horst
Raule
Heinz-Werner
Satter
Schwälbchen Frischdienst GmbH
Edmund
Schmitz
G.L. Kayser Immobilien GmbH
Hans-Georg
Schnücker
Verlagsgruppe Rhein Main
Joachim
Secker
Heller Bank AG
Dr.
Bernd
Siefert
KPMG Deutsche Treuhand Gesellschaft AG
Wolfgang
Sinner
Agentur Wolfgang Sinner
Dr.
Klaus-Peter
Sitte
Karl
Strack
Strack Tiefbau GmbH
Oliver
Sucher
Keil & Sucher Rechtsanwälte
Hartmut
Swietlik
DaimlerChrysler AG Niederlassung Mainz
Peter
Ulrich
Bausparkasse Mainz AG
Univ.- Prof. Dr. Dr.
Reinhard
Urban
Fachbereich Medizin der Joh. Gutenberg Universität
Univ.-Prof. Dr. med.
Christian-Friedrich
Vahl
Johannes Gutenberg Universität Klinik u.Poliklinik f.Herz-Thorax-/Gefäßchirurgie
Wolfgang
Weidemann
Spielbank Mainz / Trier / Ems GmbH & Co. KG
Prof. Dr.
Wolfgang
Wiest
St. Vincenz- und Elisabeth Hospital
Stefan
Zeidler
Rheinland-Pfalz Bank

 

Ein Blick zurück in die Geschichte des Großen Rates

Um seine Rolle besser zu verstehen, blicken wir für einen Moment in die ersten Nachkriegsjahre zurück, als der damalige MCV-Präsident Karl Moerlé als Handelsvertreter für die Dosen- und Metallverpackungsfabrik Berg tätig war. Deren Inhaber Adam Krautkrämer hatte 1948 maßgebend dazu beigetragen, den ersten deutschen Katholikentag in Mainz zu finanzieren. Davon beeindruckt fasste sich Karl Moerlé ein Herz und bat seinen Chef, der nach Überlieferung aus zuverlässiger Quelle „kaum fastnachtsgeeignet“ war, um tatkräftige Unterstützung für den MCV. Adam Krautkrämer sagte seine Unterstützung sofort zu und trug dazu bei, dass 1950 der erste Rosenmontagszug nach dem Krieg durch die so schwer zerstörte Stadt laufen konnte.

In den folgenden Wirtschaftswunderjahren stieg das Budget des Vereins stetig an; allerdings wurden auch die finanziellen Verpflichtungen, z.B. den Rosenmontagszug vorzufinanzieren, größer. Gleichzeitig war nicht auszuschließen, dass wegen der Krisen im Kalten Krieg die Kampagne einmal ausfallen könnte und der Verein in größte Schwierigkeiten geraten würde. Deshalb bat Moerlé wiederum Krautkrämer, einen Kreis von elf  potenten Mainzer Bürgern zu finden, die den Verein dann finanziell unterstützen.

So trafen sich am 22. November 1957 Ludwig Eckes, Wolfgang Jung von der Mainzer Aktienbauerei, der Druckereibesitzer Gottfried Krause, der Hotelier Hans Loeble und Heinz Hermann von Schilling, Kupferberg und Krautkrämer, um den Großen Rat zu gründen. Zum Gründungszweck führt das Protokoll knapp und bündig aus: „ Die Aufgabe besteht in der ideellen und materiellen Unterstützung des seit 120 Jahren bestehenden Brauchtums Mainzer Carneval, insbesondere der Unterstützung des MCV und seiner Arbeit...“. Der jährliche Mindestbeitrag war 1.000,- DM, ein für die 50er Jahre hoher Betrag. Weitere prominente Unternehmer wie Hans Klenk von HAKLE, Hermann Asbach und der WELLA- Mitinhaber Erhard Ströher waren Gründungsmitglieder, aber nicht anwesend.

Für Mainzer Ohren klangvolle Namen sind auch heute mit von der Partie. Nennen sollte man jedoch auch die Sprecher des Großen Rates in den letzten 50 Jahren:

•    Adam Krautkrämer
•    Generalkonsul Hans Klenk von der Fa. HAKLE
•    Dr. Gerd Jung
•    Heinz von Schilling
•    Carlo von Opel
•    Wilhelm Neumann
•    und aktuell Dr. Roland Krieg


Der Große Rat, der älteste seiner Art in Mainz ist über 50 Jahre alt – und so lässt sich an seiner Zusammensetzung auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte ablesen. Von den 13 Gründungsmitgliedern waren 85% Fabrikanten. Von den heute knaoo 50 Mitgliedern sind nur noch 35% selbständige Unternehmer, 48% angestellte Top-Manager wie Vorstände und Geschäftsführer und 17% Freiberufler. Aber auch der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft wird hier deutlich: nur 21% der Räte gehören dem produzierenden Gewerbe an, 79% kommen aus Dienstleistungsunternehmen, davon 23% Banker.

Und ganz zum Schluss ein Tipp, um die diskreten Herren des Großen Rates zum Beispiel in einer Sitzung des MCV doch ausfindig zu machen. Folgender Vermerk aus der Gründungsakte des Großen Rates kann Ihnen helfen: „Jedes Ratsmitglied wird durch eine „Ratskappe“ kenntlich gemacht, die sich von den übrigen Kappen unterscheidet.“ Na dann, viel Spaß beim Suchen in der nächsten Kampagne.

 

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